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Tengenenge - Teil 4: Steinbildhauerei aus Zimbabwe - Mehr als nur ein Ausstellungskatalog |
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Geschrieben von Bernhard Raestrup
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15.10.2008 |
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Liebhaber der Steinbildhauerei und insbesondere Kenner afrikanischer
Skulpturen ist dieser Katalog eine wichtige und gelungene Einführung in
und Vorstellung der Shona Art aus Zimbabwe. Der Katalog stellt mit
zahlreichen Abbildungen die wichtigsten Steinbildhauer und –hauerinnen
aus Zimbabwe vor. Die einführenden Texte geben einen Einblick in das
Leben in Tengenenge und die Geschichte der KünstlerInnenkolonie. |
Die ehemalige Kuratorin der Nationalgalerie in Harare, Celia Winter Irving, weltweit eine der Expertinnen der Kunstszene im südlichen Afrika, stellt in ihrem einleitenden Beitrag die Geschichte Zimbabwes und die Geschichte der Steinbildhauerei vor. Sie beschreibt die Entstehung der KünstlerInnenkolonie von Tengenenge und erzählt lebendig von dem Leben in diesem Ort, in dem sie selbst viele Jahre lebte und arbeitete. Auch die Bedeutung der Kunst für die ökonomische Entwicklung der Region stellt sie in einem Abschnitt vor: Waren die Menschen in Tengenenge früher arme Farmarbeiter, so kaufen sie heute „Farmen, bauen Häuser, eröffnen Geschäfte und ziehen eine Industrie an, die Entwicklung bewirkt und Arbeitsplätze schafft.“
 Witness Bonjisi - Sense of Light
Tom Blomefield, Gründer der Kolonie, beschreibt mit seinem typischen Humor die Anfänge und die Weiterentwicklung von Tengenenge und erzählt zahlreiche Anekdoten aus seinem Leben. Er beschreibt wie er und seine Frau eine Farm kauften und dort Tabak anbauten, dort „wo der Berg eine Biegung in Form eines Hufeisens macht. Dieser Ort heißt Tengenenge, was so viel bedeutet wie „Der Anfang des Anfangs“.“ Er fand auf seinem Grundstück Chrommienen und wurde vermögend: „Ich hatte vier Kinder, baute ein wunderschönes Haus mit Pool und Tennisplatz, hatte ein Polopferd und das Leben war wie im Paradies.
Ich merkte jedoch bald, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich sah die Zeichen an der Wand. 1966 verhängte die UNO ein Handelsembargo gegen Rhodesien, und wir konnten keinen Tabak mehr exportieren.
Ich sagte meiner Frau, dass ich Künstler werden wolle, weil unser Paradies sich bald in eine Hölle verwandeln werde. Mary sagte, dass sie mich als Tabakfarmer geheiratet habe und nicht als Künstler.“
 Luke Mugavasi - Landing Eagle
Dennoch unterstütze sie ihn und Tom Blomefield erlernte die Steinbildhauerei. Da viele seiner ehemaligen Farmarbeiter sich in ihrer Freizeit sowieso bereits künstlerisch als Musiker, mit Holzschnitzarbeiten und so weiter betätigten, konnte er sie ermuntern, gemeinsam mit ihm die Kunst der „Shona“-Art zu lernen. Der ökonomische Erfolg des Experiments stellte sich überraschend schnell ein und bereits einige Jahre wurden die Skulpturen Tengenenges in alle Welt verschickt und verkauft.
 Dominic Benhura - Ballerina Foto mit freundlicher Genehmigung durch Bastian Müller
Dominic Benhura, der Nachfolger Tom Blomefields schreibt in seinem Vorwort, wie sich die Kunst in Tengenenge weiter entwickelt und wie er sie in die Zukunft führen möchte. „The New Crop“, die neuen Künstler, die seit den Achtzigern arbeiten, haben oft in Übersee studiert und teilweise den Bezug zur afrikanischen Kunst verloren, die meisten jedoch haben diese Einflüsse genutzt, um die traditionelle Kunst Tengenenges weiter zu entwickeln.
 Wilfried Tembo - Lion Chair
Zwei Drittel des Kataloges widmen sich den Künstlern und Künstlerinnen aus Tengenenge und stellen sie und ihre Arbeiten vor, von denen ein Querschnitt im Dortmunder Westfalenpark noch bis Ende März 2009 ausgestellt ist. Ausstellung und Katalog geben so einen gründlichen Überblick über moderne afrikanische Kunst in Zimbabwe.
Müller, Bastian; Möller, Jochen (Hg): Shona im Park Steinbildhauerei aus Zimbabwe Dortmund 2008
161 Seiten mit 211 Abbildungen, Hochglanzdruck mit Fadenheftung, € 21,50
Mehr Informationen und Bestellung unter: www.shona-im-park.de |